Der Weg wird durchs Gehen gemacht…

Nicht nur, daß ich seit einer Ewigkeit nichts mehr gepostet habe, ich habe die letzte Ewigkeit damit verbracht, meine Geltungsbedürfnisse und Identifikationen mit spirituellem Gedöns und Konzepten auf allen Ebenen herauszufordern und in Frage zu stellen. Keine neuen Klamotten, keine Heilsteine, kein Aura Soma, keine neuen Bücher über spirituelles Zeug (ok, mit zwei Ausnahmen), stattdessen nach vielen Jahren endlich mal wieder ganz normale Romane lesen.

Es war Zeit für mich, endlich mal den „ganz normalen Wahnsinn“ zu erleben, der in der Stadt herrscht, zwischen Bildungsbürgertum und Urban Survival in Hartz 4 Land. Geld, Verpflichtung, Ansehen, Gesundheit, Geld, Verpflichtung, Ansehen, Gesundheit… und dabei nicht verrückt werden. Immer schön lächeln.

So hatte ich mir das mit der spirituellen Revolution, dem allgegenwärtigen Erwachen nicht vorgestellt, daß all die Leute, die gestern noch ready for radical self-love waren plötzlich am Kaffee-Stand halten („No coffee no Prana“!?!) und sich eine tolle Happiness-Methode nach der anderen aufschwatzen lassen. Curse is jetzt Coach. Ganz ehrlich mal. Der neue Markt, oder was? Dann lieber richtig, weniger elitär, weniger alouf. Einfach rein ins Gedöns. Schulden machen. Schulden abbezahlen.

Es hat mir viel gebracht. Vor allem Verständnis und Mitgefühl. Selbst für Curse (Das Album ist ja trotzdem gut). Und dafür, daß fast alle Menschen Betäubung betreiben. Auf verschiedenen Ebenen. Um sich sicherer zu fühlen. Anerkannt. Mitspielwürdig. Existenzberechtigt. Dieses Leben nüchtern zu ertragen, ist ja auch fast nicht zumutbar.

nachtrag...

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